Versöhnung – Eine Utopie
Versöhnung - eine Utopie (Auftakt)
24. November 2024, 18:00 Uhr im Theater Bonn (Foyer)
Hans-Georg Soeffner (Universität Bonn)
Den Auftakt gestaltet Prof. Dr. Hans-Georg Soeffner, der sich mit der titelgebenden Frage von VERSÖHNUNG – EINE UTOPIE? befassen wird. Dass Menschen in Eintracht und Harmonie mit sich und der Natur leben, ist nach Soeffner beides: äußerst wünschenswert und höchst unwahrscheinlich – Versöhnung als Utopie kann die Umwandlung von Zuständen des Krieges und der Feindschaft in freie Anerkennungsverhältnisse meinen, die sogar Eigenschaften der Freundschaft aufweisen. Aber: Je komplexer die Kriege und Konflikte sind, desto komplizierter wird auch die ›Versöhnungsforschung‹.
Ruth Klüger, Nelly Sachs und Hannah Arendt – Denkerinnen der Rache oder der Versöhnung?
25. November 2024, 19:30 Uhr im Theater Bonn (Foyer)
Esther Gardei (Universität Bonn) und Saskia Fischer (Universität Hannover)
Esther Gardei (Universität Bonn) und Dr. Saskia Fischer (Universität Hannover) befassen sich mit RUTH KLÜGER, NELLY SACHS UND HANNAH ARENDT – DENKERINNEN DER RACHE ODER DER VERSÖHNUNG? Je nach Kontext werden die Autorinnen entweder als Denkerinnen der Versöhnung oder als Autorinnen der Rache gefeiert. Die beiden Wissenschaftlerinnen diskutieren, ob und inwiefern dabei bestimmte Perspektiven der Autorinnen durch die (nicht-jüdische) Mehrheitsgesellschaft angeeignet, neu interpretiert und – vielleicht mit oder gegen die Intentionen der Namensgeber:innen – allererst als vermeintlich ›typisch jüdisch‹ ›konstruiert‹ werden.
Restatement of Restitution Rules for Nazi-Confiscated Art
12. Dezember 2024 im Theater Bonn (Foyer)
Matthias Weller (Universität Bonn)
998 haben sich 42 Staaten auf die »Grundsätze der Washingtoner Konferenz in Bezug auf Kunstwerke, die von den Nationalsozialisten beschlagnahmt wurden (›Washington Principles‹)« verständigt, elf Soft-Law-Prinzipien zur Förderung »gerechter und fairer Lösungen« für Kunstwerke und Kulturgüter, die der jüdischen Bevölkerung im Holocaust entzogen wurden.
Diese Prinzipien haben einen weitreichenden Prozess der Rückgabe von Kunstwerken außerhalb von Gerichtsverfahren in Gang gesetzt, der Tausende von Entscheidungen in den sechs aktivsten Ländern hervorgebracht hat: Deutschland, Österreich, die Niederlande, Frankreich, das Vereinigte Königreich und die Schweiz – gute Gründe, für diese Praxis nach über 20 Jahren eine vergleichende Bestandsaufnahme zu erarbeiten und daraus ein Regelwerk zu induzieren, um wiederkehrende Probleme und Kipp-Punkte in der Bewertung zu adressieren sowie eine »Grammatik der Gründe« zu entwickeln.
In einem fünfjährigen, nunmehr zum Abschluss gebrachten Forschungsprojekt haben Prof. Dr. Matthias Weller und sein Team von zehn Doktoranden ein solches vergleichendes Regelwerk erstellt. Matthias Weller wird Konzept und wesentliche Ergebnisse vorstellen und darlegen, inwiefern solche Regelwerke und Prinzipien einen versöhnungspolitischen Beitrag leisten können.